kleiner roter Tukan
Es tut mir so leid, mein kleiner roter Tukan. Es gibt gar nicht vieles, das ich für dich tun kann. Denn wirst du rasch merken, dass du anderen hier auffällst. Dass du hier nicht reinpasst, wie du dich auch anstellst.
Du wirst Dinge hören wie “wo kommst du denn her?” Oder “Vögel wie dich, die wollen wir hier nicht mehr.” “Wegen Vögeln wie dir, haben wir es so schwer.” “Flieg dahin, wo du herkommst, zurück übers Meer!”
Du kannst dich entscheiden, nicht auf sie zu hören. Und vielleicht vermeiden, dass sie dich zerstören. Du kannst ständig laut kreischen und sie übertönen. Doch wirst du dadurch mit dir selbst dich versöhnen?
Und ich weiss, solche Aussagen machen einen traurig. Und die Bosheit gewisser verstehe ich auch nicht. Doch ich hab’ entschieden, sie als Angst zu verstehen. Und auch du wirst lernen, damit umzugehen.
Oder umzufliegen.
Ja, flieg. Flieg! Und hör bitte nicht auf, zu fliegen.
Denn hoch in der Luft kann dich kaum was besiegen. Lass dich nicht beirren von stürmischen Winden. Nur in der Freiheit kannst du dich neu erfinden.
Wenige wagen es nämlich, gegen den Wind zu fliegen. Für den sich leider zu viele gehorsam verbiegen. Vertrau mir, irgendwann fühlt sich Anderssein gut an. Also bleib trotzig und mutig, kleiner, roter Tukan.